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Pressespiegel - The Museum in the media

 

Nahe-Zeitung, Idar-Oberstein, 12.11.2005

Manhattan - ganz aus Edelsteinen

Rudolf Dröschel hat im Auftrag von Hans-Jürgen Henn das Herz von New York als künstlerisches Monument geschaffen

Die Idee trug er schon seit Anfang der 80er-Jahre mit sich herum. Aber es dauerte rund 20 Jahre , bis er sie verwirklichen konnte: Dann schuf Rudolf Dröschel aus Edelsteinen die "Skyline 2000" - eine Verbeugung vor der Skyline von Manhattan. Das Meisterwerk, das seit kurzem als neueste Attraktion das Deutsche Edelsteinmuseum schmückt, ermöglichte Hans-Jürgen Henn, der schon immer von der Symmetrie des Zentrums von New York fasziniert war: "Das ist wie eine Skulptur."

IDAR-OBERSTEIN. "Es gibt keine andere Skyline, die damit vergleichbar ist", schwärmten Hans-Jürgen Henn und Rudolf Dröschel schon immer von Manhattan. Der Chef der traditionsreichen Idar-Obersteiner Firma Gebrüder Henn und der Edelsteinschleifer, die sich schon viele Jahre kennen, steckten sich mit ihrer Begeisterung gegenseitig so an, dass sie irgendwann Ende der 90er-Jahre an einem Punkt waren, an dem sie beschlossen: "Wir machen New York, wie es noch nie da war."

Herausgekommen ist bei dieser Koproduktion zwischen Hans-Jürgen Henn als Auftraggeber und Rudolf Dröschel als Schöpfer ein einzigartiges Kunstmonument, das seit der Intergem im Edelsteinmuseum zu bewundern ist. Madison Square Garden, Empire State Building, Lincoln-Center, Chrysler-Building und all die anderen berühmten Gebäude: Keines fehlt auf diesem Gesamtkunstwerk. Auch nicht die Twin Towers des World Trade-Centers, die wenige Monate nach Fertigstellung des Objektes bei dem Terroranschlag vom 11. September 2001 zerstört wurden. "New York hat dadurch seine Symmetrie und sein charakteristisches Gesicht verloren. Vorher hat alles gestimmt", sagt Rudolf Dröschel.

Keine Kopie, sondern Kunst

Ein ganzes Jahr lang hat er an dem Werk gearbeitet. Ihm kam es dabei oft so vor, "als würde ich in dieser Stadt leben". Hans-Jürgen Henn flog eigens für acht Tage über den Atlantik, um Original und Pläne noch einmal vor Ort miteinander zu vergleichen. Es sollte allerdings keine maßstabsgetreue Nachbildung werden: "Das ist keine Kopie, sondern ein Kunstobjekt", macht der 64-Jährige deutlich.

Er wollte es ursprünglich noch größer haben: "Aber das Ganze wäre dann gar nicht mehr zu transportieren gewesen. Und auch rein ästhetisch gesehen ist es so besser", hat er im nachhinein eingesehen. Es ist ohnehin auch so schon ein Objekt der Superlative, für das folgerichtig auch nur die schönsten und feinsten Quarze in Frage kamen: "Ich wollte das Beste vom Besten", beschreibt Hans-Jürgen Henn seinen Anspruch, der nicht einfach zu erfüllen war, zumal die Steine überhaupt keine oder nur gewollte Einschlüssen haben sollten.

Solche Stücke in dieser Qualität und Menge sind selbst in Idar-Oberstein inzwischen nicht mehr so leicht zu finden: "Es würde deshalb zumindest sehr schwierig, das ein zweites Mal hinzubekommen", vermuten die beiden Partner. Auch die Farben spielten eine wichtige Rolle: Schließlich gibt es in Manhattan helle, dunkle und sogar schwarze Häuser. So wurden zum Beispiel die rötlichen Backsteinbauten mit Rosenquarz nachgebildet. Insgesamt dauerte die Vorbereitungszeit sogar noch länger als die Ausführung.

Als Fundament kam dabei nur eine Granitplatte in Frage - auch deshalb, weil New York auch in Wirklichkeit auf Granit gebaut ist. Jeden einzelnen Stein, der jeweils ein Gebäude symbolisiert, schliff Rudolf Dröschel von Hand - insgesamt 760. "Eine Wahnsinnsarbeit", wie sein Auftraggeber bewundernd unterstreicht.

Der Schleifer ging dabei, ausgehend von den Twin Towers und dem Broadway, nach einem detaillierten Stellplan vor. Wobei Rudolf Dröschel übrigens glaubt, "dass es leichter ist, sich in New York zurechtzufinden als in Idar-Oberstein". Am schwierigsten war es ohnehin, die Gebäude im richtigen Winkel zueinander anzuordnen. "Da ist ein Zehntelmillimeter eine Welt", beschreibt der 67-Jährige diese anspruchsvolle Präzisionsarbeit.

Auch das Befestigen der Quarz-Blöcke auf der Unterlage war eine besondere Herausforderung. Rudolf Dröschel verwandte dafür einen Spezialkleber, zu dessen besonderen Eigenschaften gehört, dass man ihn nicht sieht. Er härtet so stark, dass nachträgliche Korrekturen nicht mehr möglich sind. So durfte auch dabei nichts schiefgehen, um den optischen Gesamteindruck nicht zu beeinträchtigen. Allein diese Arbeit dauerte einen ganzen Monat.

"Es mussten schon zwei Verrückte wie wir zusammenkommen, die bereit sind, so viel Geld und Arbeit in ein solches Stück zu stecken", verweist Hans-Jürgen Henn augenzwinkernd darauf, dass die "Skyline 2000" nur dank jeder Menge Idealismus und Herzblut zu Stande kam. "Das war eine einmalige Aufgabe", meint Rudolf Dröschel auch mit Blick auf die künstlerische Freiheit, die ihm sein Auftraggeber gewährte. Nachdem er vor Jahren schon einmal eine kleinere Ausführung mit rund 100 Objekten gestaltete - sie steht im Museum Idar-Oberstein - ist ihm mit der großen Skyline ein ganz besonderes Meisterwerk gelungen.

Gigantischer Moment

Der Lohn waren überschwengliche Reaktionen. Ob auf der Messe in Basel, einer Couture-Show in Phoenix (USA) oder im Musée de minéralogie de l"École des Mines in Paris: Überall wo sie bisher gezeigt wurde, erntete die "Skyline 2000" Beifall und Bewunderung. Bei der Präsentation in Paris erlebte Hans-Jürgen Henn zudem einen unvergessenen Moment: Durch das Fenster, vor dem das Manhattan-Objekt stand, war im Hintergrund der Eiffelturm zu sehen. Und als Krönung ging hinter diesem die Sonne unter. "Das war einfach gigantisch." Damit das Werk möglichst viele sehen können, steht es jetzt als Leihgabe im Edelsteinmuseum. Der Traum von Hans-Jürgen Henn wäre allerdings ein anderer Standort: "Es gehört als Symbol und künstlerisches Geschichtsdokument eigentlich auf Ground Zero in New York." Kurt Knaudt
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