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Pressespiegel - The Museum in the media

 

Nahe-Zeitung, Idar-Oberstein, 04.03.2000

"Turmalin 2000" bis zum 27. August im Deutschen Edelsteinmuseum

Bunt, geheimnisvoll und säurefest

"Turmalin 2000" bis zum 27. August im Deutschen Edelsteinmuseum - Turmaline sind "Fingerabdrücke" ihrer Umgebung

Mit der Sonderschau "Turmalin 2000" gibt das Deutsche Edelsteinmuseum einen im besten Sinne des Wortes farbenfrohen Einblick in die Welt dieses faszinierenden Minerals. Ob Rohsteine, facettierte oder gravierte Schmuckstücke, ob aus Brasilien, Madagaskar oder Afghanistan - stets erscheint "der Edelstein des Regenbogens" in einem neuen und anderen Licht.

Der Abend vor der Eröffnung: In den teilweise geöffneten Glasvitrinen werden noch kleine Handgriffe vorgenommen, um der Präsentation der edlen und seltenen Exponate den letzten Schliff zu geben. Mit leichter Verzweiflung im Gesichtsausdruck fährt Joachim Zang mit einem Tuch über einzelne Stücke. "Stehen verschiedene Steine nebeneinander, sind die Turmaline immer am staubigsten", weiß der Mineraloge aus langjähriger Erfahrung zu berichten. Das hängt mit der elektrostatischen Aufladung des so vielfältigen und faszinierenden Steines zusammen.

Zang kam schon in frühester Kindheit mit dem rätselhaften Mineral in Berührung. Sein Vater, der Edelsteinschleifer Gustav Zang, ist schon lange ein passionierter Turmalinsammler. "Schon als kleiner Jungen wollte ich wissen, warum der Turmalin so viele Farben hat", erinnert sich Sohn. "Und deshalb habe ich Mineralogie studiert." Diplomarbeit und Dissertation hat Zang inzwischen über den "Edelstein des Regenbogens" geschrieben, aber noch immer sind viele Fragen offen.

Einig sind sich die Wissenschaftler darüber, dass die dreigliedrige Kristallstruktur dem Stein einerseits eine hohe Festigkeit gibt, ihn andererseits ihn sehr offen für den Einbau der unterschiedlichsten Minerale macht. Der Turmalin nimmt, populär ausgedrückt, was er kriegen kann als "Futter" für sein Wachstum. Bis zu 60 Elemente kann ein Mineral einbauen, und dies ergibt - in den unterschiedlichen Kombinationen - eine fast unbegrenzte Menge farblicher Variationsmöglichkeiten. Daher ist ein Turmalin fast so etwas wie ein unverwechselbarer "Fingerabdruck" der jeweiligen Fundstelle, da er so umfassend wie kein anderer Stein sein mineralisches Umfeld in sich kristallisiert. Das macht auch viele Turmaline so wertvoll, weil sie in einer spezifischen Färbung möglicherweise nur an einer einzigen Stelle der Welt vorkommen. Berühmtestes Beispiel: die Paraiba-Turmaline.

Eine weitere Besonderheit macht es einerseits schwierig, ihm auf die chemischen Schliche zu kommen, erleichtert andererseits häufig den Abbau: seine Säurefestigkeit. So findet man Turmaline oft als einziges festes Mineral inmitten eines völlig verwitterten und porösen Umfeldes. Der üblichen chemischen Analyse werden aber so Grenzen gesetzt. "Gegen alle uns heute bekannten Säuren ist der Turmalin resistent", berichtet Zang über Forschungversuche. "Selbst wenn man pulverisierten Turmalin in der stärksten uns bekannten Säure, der Flusssäure, tagelang stehen lässt, löst er sich nicht auf."

So wird der Turmalin seine letzten Rätsel wohl noch eine Weile für sich behalten, und der staunende Besucher von "Turmalin 2000" wird ihm das Geheimnis gönnen.

"Turmalin 2000" ist noch bis zum 27. August im Deutschen Edelsteinmuseum zu sehen, das täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. Zur Ausstellung ist ein farbiger Katalog erschienen, 96 Seiten, 24,80 Mark.
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